Rufzeichen
Mensch sein
Christ sein
Jünger sein
Frühschicht im Advent: fragen

Der Mensch ist Mensch, weil er fragt

Hinweise zur Vorbereitung

Inhalt In dieser Frühschicht geht es um eine Tätigkeit, die uns Menschen eigen ist, nämlich zu fragen. Vor allem ist sich der Mensch selbst eine Frage.

Material
PowerPointPräsentation zum „Materialwert des Menschen“ (siehe Anhang). Wer die Präsentation nicht selbst herstellen kann, kann auf eine Overheadfolie ausweichen und die entsprechenden Informationen nacheinander aufschreiben.
CD-Player und das Lied von Herbert Grönemeyer „Mensch“.
Für alle einen kopierten Liedtext, der zu finden ist unter: www.groenemeyer.de
Für alle eine Kopie des Gedichts von Gottfried Benn. (siehe Anhang)
Ein ausgeschnittener Menschenumriss und viele kleine, ausgeschnittene Papierkronen.
Stifte.
Psalm 8 auf Karton für alle.

Alter
ab 15 Jahre

Dauer
ca. 30 Minuten

Ablauf

Eingangslied
z.B. „Gott gab uns Atem, damit wir leben“ aus: Gl 946

Liturgische Eröffnung

Einführung
Die Adventszeit ist die Vorbereitung auf das Fest, mit dem wir feiern, dass Gott Mensch geworden ist – Weihnachten. Gott hat also beschlossen, sich ganz und gar auf das Menschsein einzulassen. Aber was ist das eigentlich: Menschsein?

In den kommenden vier Frühschichten möchten wir uns dem Menschsein von vier typischen Handlungen des Menschen her nähern. Diese vier Tätigkeiten sind: fragen – begegnen – lachen und sterben bzw. wissen, dass wir sterben müssen. Diese erste Frühschicht geht der ersten Tätigkeit nach – dem Fragen. Der Mensch ist ein Lebewesen das fragt. Das tun Tiere nicht. Die sind einfach. Der Mensch aber fragt: Wer bin ich, was bin ich, warum bin ich? Wofür ist das alles hier gut und wo führt das hin? Was ist also der Mensch?

1. Antwortangebot
Führt entweder die PowerPointPräsentation über den Materialwert des Menschen (siehe Anhang) vor oder lest die einzelnen Punkte langsam vor und schreibt sie dabei auf eine Overheadfolie, so dass sie alle sehen können.

Macht danach eine kurze Denkpause

2. Antwortangebot
Teilt nun die Liedtexte von Grönemeyer aus und spielt das Lied „Mensch“ ab.

Macht danach wieder eine kurze Denkpause

3. Antwortangebot
Teilt nun das Gedicht von Gottfried Benn aus und lest es langsam und deutlich vor. (Das macht nur Sinn, wenn ihr abschätzen könnt, dass die Teilnehmerinnen etwas mit Gedichten anfangen können). Macht wieder eine Denkpause.

Eigene Antworten Legt nun den Umriss des Menschen in die Mitte und schreibt darauf: „Der Mensch ist …“

Verteilt nun die Papierkronen und die Stifte. Alle haben nun Gelegenheit auf die Papierkronen zu schreiben, was für den Menschen zum Menschen macht. Die Teilnehmerinnen können ihre Sätze vorlesen und die Krone dann auf den Menschenumriss legen.

Lied
Singt zum Abschluss dieser Aktion ein Lied

Gebet
Betet als Antwort der Bibel auf die Frage nach dem Menschen gemeinsam und abwechselnd Psalm 8. Am besten habt ihr ihn schon auf Karton vorbereitet, so dass alle den Psalm mit in die Woche nehmen können. (Siehe Anhang)

Segen
Der allmächtige Gott, der ein wehrloses Kind wurde, sei mit uns.
Er segne unser Fragen und begleite unser Suchen.
Er halte uns an der Hand, wenn wir an uns selbst zweifeln.
Er schütze uns, wenn unsere Würde in Gefahr ist.
So segne uns der Gott unter uns Menschen,
im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.

Schlusslied
z.B. „Suchen und fragen“ aus: Unterwegs

Anhang: Materialwert des Menschen
Phosphor für 6.000 Streichhölzer
Fett für 50 kleine Kerzen oder 15 Stück Seife
Kalk in einer Menge, mit der man einen Hühnerstall weißen könnte
Eisen für zehn Nägel
20 Esslöffel Salz
Glycerin, das zur Herstellung von 15 kg Sprengstoff reicht
¼ Pfund Zucker
1 Prise Kupfer
14 kg Knochen
1,1 kg Haut
50 l Wasser
und ein paar weiteren Kleinigkeiten

Anhang: Gedicht von Gottfried Benn
Nur zwei Dinge

Durch so viel Formen geschritten,
durch ich und wir und du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: wozu?
Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewusst,
es gibt nur eines: ertrage
- ob Sinn, ob Sucht, ob Sage -
dein fernbestimmtes: du musst.
Ob Rose, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblüht, verblich,
es gibt nur zwei Dinge: die Leere und das gezeichnete Ich.

Anhang: Psalm 8
Die Herrlichkeit des Schöpfers - die Würde des Menschen

Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;
über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.

Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob,
deinen Gegnern zum Trotz; deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.

Seh' ich den Himmel, das Werk deiner Finger,
Mond und Sterne, die du befestigt:

Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.

Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,
hast ihm alles zu Füßen gelegt:

All die Schafe, Ziegen und Rinder
und auch die wilden Tiere,

die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,
alles, was auf den Pfaden der Meere dahin zieht.

Herr, unser Herrscher,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!

 

 
 
Bistum Osnabrück